Die Geschichte einer Arktisforscherin und ihrer “unsichtbaren” Forschung

Die Wahrheit ist, dass wir lange nicht wussten, ob wir bei viel schönes dabei überhaupt über den Klimawandel reden sollten. Nicht weil wir ihn für nicht relevant halten würden – das Gegenteil ist der Fall. Wir wussten schlichtweg nicht wie. 

Im Namen des Podcasts steckt ein Versprechen – viel schönes dabei. Wie sollten wir der größten Herausforderung, der die Menschheit aktuell gegenüber steht, etwas Schönes abgewinnen? 

Als ich daher Anfang des Jahres über ein paar Ecken von der Forschung erfahren habe, die Katja Metfies bei ihren Expeditionen in der Arktis durchführt, war ich skeptisch. Wie sollen mikroskopisch kleine Organismen die Welt retten, die wir Menschen so zielsicher kaputt machen? 

Inwiefern könnte das etwas sein, das für Zuhörer:innen interessant wäre, ohne die in Dauerschleife laufenden Diskussionen über die „Klimakleber“ der letzten Generation zu thematisieren? Es war Februar und die ersten Fälle von Großblockaden hatten die Hauptstadt erreicht.

Mikroskopische Entdeckungen mit globaler Wirkung

Je mehr ich las und hörte, desto mehr meldete sich jedoch mein Bauchgefühl, es strahlte nur so vor Ambivalenz. Für mich ist das stets ein Hinweis für eine gute Geschichte. 

Was Katja Metfies erforscht ist mikroskopisch klein, hat aber eine große Wirkung. Und zwar nicht nur in der Arktis, wo sie forscht, sondern auch bei uns in Deutschland. 

Das Fischsterben an der Oder im vergangenen Jahr lässt sich beispielsweise dank ihrer Forschung erklären. Es ist wie so häufig in der Wissenschaft: Was nach komplexen Graphen und Nischenwissen aussieht, verrät häufig viel mehr über den Zustand dieser Welt als wir glauben.

Doch ist es im Alltag eines Forschenden kaum möglich, neben der aufwändigen Forschungsarbeit noch Wissenschaftskommunikation zu betreiben. Die hohe Komplexität sowie die häufig diffus erscheinenden Schlussfolgerungen machen es oft nicht einfach inhaltlich zu folgen. Außerdem sind Forschende keine Marketer – glücklicherweise. Denn letztere sind nicht unbedingt für ihre Faktentreue bekannt. Dennoch sind sie gut darin Inhalte so zu verkürzen, dass sie bei einer breite Masse Interesse wecken. 

Die Verbindung von Wissenschaft und Storytelling

Teil meiner hauptberuflichen Arbeit als Kurator (und Werbefotograf) ist es, komplexe Dinge zu verstehen und diese auf den Punkt wiederzugeben. Seit 2013 begleite ich darüber hinaus viele Studierende und Forschende in Seminaren dabei ihre Forschung präsentabel zu machen und sie für Laien zu übersetzen. 

In der Analyse dieser Gemengelage sah ich plötzlich meinen Auftrag: 

Viel schönes dabei ist ein storybasiertes Format, das die Zeit und den Raum hat, Dinge ausführlich zu erklären. Mein Job ist es mehr oder weniger zwischen Experten und Laien zu übersetzen. Ich beschloss also diese zwei Dinge miteinander zu verheiraten. Und wenn ich das schon mache, dann erst recht mit dem so wichtigen Thema Klimawandel. In dieser Folge möchte ich also nicht nur beinahe unsichtbare Mikroorganismen sichtbar machen. Ich möchte auch der Forschung, die sonst nur Fachpublikum vorenthalten bliebe, Sichtbarkeit geben. 

Und der Moment der Ambivalenz erfüllte für mich auch die Voraussetzung für etwas Schönes. Denn Ambivalenz bedeutet auch „Auseinandersetzung mit etwas“. Und diese ist insbesondere bei der Folgenabschätzung von Frau Metfies’ Arbeit wichtig. Können uns marine Mikroorganismen mit ihrer CO2 Aufnahme den Hintern retten? Oder spielen wir alleine mit dem Gedanken wieder einmal zu viel Gott? Und wenn ihr diesen letzten Satz nicht verstanden habt, dann ist es jetzt höchste Zeit den Podcast zu hören!

Für mich steht fest: Diese Folge ist ein Experiment, das ich in Zukunft gerne wiederholen möchte. So sehr sogar, dass es die „Wissenschaft“ in den Titel von viel schönes dabei geschafft hat. „viel schönes dabei  – Geschichten aus Gesellschaft und Wissenschaft“ 

Ist es gelungen? Das müsst ihr entscheiden! 

Kommentieren abgeschaltet